Wo ist unser Staunen geblieben?

 

 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

 

 

Kinder staunen immer! Wenn man mit ihnen am Meer entlanggeht, dann heben sie jede Muschel auf und drehen jeden Stein um. Sie rennen vor den Wellen weg und kriegen doch nasse Füße. Und sie fragen: „Papa, was ist eine Muschel? Mama, hören die Wellen nachts auf?“

 

Kinder können über alles staunen. Erwachsene nehmen es einfach hin, dass es am Strand Muscheln und Steine gibt, dass die Wellen nicht aufhören, gegen den Strand zu schlagen. Eigentlich ist das schade. Wo ist unser Staunen geblieben? Schade, dass wir aufhören zu fragen, weil wir meinen, es bereits zu wissen. Dabei gibt es immer wieder so viel Neues zu entdecken, so viele kleine Wunder, über die wir einfach hinweg sehen.

 

Manchmal wünsche ich mir die Welt der Sesamstrasse zurück: „Der, die, das, wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm. Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehn, manchmal

muss man fragen, um sie zu verstehn“.

 

Schade, dass ich aufgehört habe, mir von Grobi die Welt erklären zu lassen. Aber ich will nicht aufhören zu staunen und mit Psalm 104 auszurufen: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel!“

 

Wenn ich das nächste Mal am Meer spazieren gehe und die Wellen gegen den Strand schlagen, werde ich einfach staunen.

 

Ihr Pastor

Michael Bausmann