Mit alles?

 

 

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

 

 

 

Ab und zu muss es auch mal ein Döner sein! Dann habe ich richtig Lust darauf. Nicht nur um des Geschmacks willen, sondern weil das Bestellen mir Freude bereitet: „Einen Döner bitte!“ -  „Sofort, mein bester Freund!“ – „Danke!“ – „Mit alles?“ Welch wunderbare Frage im falschen Kasus. Ich erwarte sie jedes Mal voller Vorfreude. Meine Antwort, die ich ebenfalls voller Vorfreude bereithalte, ist übrigens auch immer dieselbe: „Nein, ohne Zwiebeln und ohne Scharf!“ Scharf als Hauptwort – wunderbar.

 

Nein, meinen Döner esse ich nicht „mit alles“. Zwiebeln sind nicht so mein Ding und mit „Scharf“ schmecke ich ja vom Rest nichts mehr.

 

Ohne „mit alles“ scheint mir auch sonst im Leben angemessen zu sein. Mancher will ja ganz gerne „alles“ haben, das volle Leben ohne Einschränkungen. Mir ist das zu viel – und es entspricht nicht der Wirklichkeit. Denn neben allem Guten, das das Leben für mich bereithält, gibt es ja auch das Ungute – und das ist oft so scharf, dass es alles andere überlagert.

 

„Alles Gute kommt von oben“, sagen wir. Das Sprichwort stammt aus der Bibel (Jakobus 1,17) und erklärt, dass das, was gut ist, was mich und andere fördert und mich lieben lässt, von Gott kommt. Ungut – und somit nicht von Gott – ist das, was für das Leben zu scharf ist, was mich und andere am Leben hindert, was mich gefangen nimmt. Und manchmal ist es so, dass ich das, was von Gott kommt, gar nicht gut finde, es mir am Ende aber zum Guten dient.

 

Ein bisschen kompliziert ist das schon. Das liegt wohl daran, dass das Leben anspruchsvoller ist als ein Dönerkauf.

 

 

Ab und zu muss es ein Döner sein! Er erinnert mich schließlich an mein Rezept für ein gelingendes Leben: Lieber nicht „mit alles“, sondern besser „alles mit“ Gott!